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Exkursion - Reflexion - Kreation

Am Großglockner

Fährt man von Heiligenblut kommend die Großglockner-Hochalpenstraße zu Österreichs höchstem Berg hinauf, so zwingt einen spätestens am Kasereck die spektakuläre Aussicht zu einem ersten Stopp. Zu majestätisch erhebt sich die Pyramide des Glocknergipfels in den tiefblauen Himmel.

Hat das Auge sich daran satt gesehen, wendet sich der Blick auch gerne wieder dem Boden zu, wo auf den Matten und bereits schon am Straßenrand herrliche Alpenblumen blühen: die große Händelwurz Orchidee, ähren- und kugelförmige Teufelskralle, die Witwenblume, der Thymian und die Alpen-Wucherblume, landläufig besser bekannt als Margerite.

Auf der Kaiser Franz Josephs-Höhe angekommen, beginnt mit einem romantischen 8 km langen und mehrfach unterbrochenen Tunnelsystem der Weg zur Gamsgrube. Ein Blick zurück zeigt diese erste Etappe des Gamsgrubenweges mit seinen sechs Tunneln und deren galerieartigen Unterbrechungen.

Weiter geht der Blick hinunter zur Gletscherwanne der Pasterze, die am schneeweißen Johannisberg endet. Noch vor wenigen Jahrzehnten füllte das Gletschereis die gesamte Pasterzenwanne vom Johannisberg an bis hin zum Margaritzenspeicher aus. Ein Foto aus dem Jahr 1975 zeigt, wie unsere kleine, damals vierjährige Tochter dort auf einem festen, begehbaren Eispanzer steht. Heute ist vom Gletschereis nur noch ein kläglicher Rest geblieben. Wo früher Eis und Schnee herrschten, gibt es jetzt nur noch Geröllhalden und nackten Fels. Dazu ist ein weiterer Gletscherschwund von jährlich etwa 10 Metern bereits prognostiziert.

Der Gamsgrubenweg in Richtung Hoffmannshütte ist trotz steiler Abhänge breit und sicher zu begehen. Auch hier blüht es in Felsspalten und am Wegesrand: der Schneeteppich, ein Steinbrechgewächs, das Alpen-Massliebchen, das zweiblütige Läusekraut, Vergißmeinnicht mit gelber Margerite und Hahnenfuß, der Frühlingsenzian und nicht zuletzt das Edelweiß.

Natürlich sind hier auch die für die heimische Bergwelt typischen Vertreter der Tierwelt zu beobachten. Getreu hält ein Murmeltiervater die Wacht, damit Mutter und Kind sorglos spielen können.

Erst vor einigen Jahren wurde der Alpensteinbock hier wieder angesiedelt und ist inzwischen heimisch geworden.

Seit jeher haben sich auch immer wieder Menschen, sei es als Wanderer oder als Bergsteiger, in diesem Alpenraum bewegt. Seit seiner Erstbesteigung am 28. Juli 1800 hat der Großglockner Jahr für Jahr tausende und abertausende begeisterte Bergfreunde auf seinen 3.789 m hohen Gipfel gelockt.


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