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Exkursion - Reflexion - Kreation

Das NSG Mortkaute im Vorfrühling

Im März dominieren in großen Teilen des Naturschutzgebietes  noch gelblich-beige und braun-rötliche Farbtöne. Weite Flächen sind mit dürrem Altgras aus dem Vorjahr bedeckt. Neue grüne Spitzen wagen sich nur spärlich hervor. Die alten vetrockneten Schilfbestände tragen ihre abgestorbenen, dunkelbraunen Samenwedel auf blass vergilbten Stängeln.

Noch recken auch die Bäume ihre Äste und Zweige völlig kahl in den  verheißungsvoll blauen Frühjahrshimmel. Rötlich und grün-gelblich schimmernde Töne im Geäst sind aber ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Saft schon bereit ist, in die höchsten Spitzen  hinaufzusteigen. Schon bald werden Kospen spriessen, dann aufbrechen, und neues Blattwerk wird sich entfalten.

Außer ein paar Wildkaninchen sind im Augenblick hier nur wieder die eingesetzten Esel zu beobachten, die  immer noch treu und brav die ihnen zugedachte Aufgabe erfüllen, nämlich durch ihren Verbiss Wiesen und  Brachflächen offen zu halten und von aufkommendem Busch- und Strauchwerk zu befreien.

Wie tot wirken wirken derzeit die unbewohnten Vogelnester in den Bäumen. Die Singvogelwelt wird zur Zeit hauptsächlich lediglich von den Arten vertreten, die auch im Winter hier heimisch sind, von Kohl- und Blaumeise, Amsel, Star, Elster und Ringeltaube. Noch klingen ihre Laute in Zweig und Gebüsch verhalten und leise. Es wird aber nicht mehr allzu lange dauern, bis ganze Zugvögelschärme aus ihren Winterquartieren hier eintreffen und die Luft wieder mit ihrem vollen Balz- und Revierbehauptungsgesang erfüllen werden.

Rund um die Wasserflächen haben sich die Senken und Wiesenflächen bereits deutlich begrünt, sodass der Pflanzenwuchs schon etliche Graugansscharen angelockt hat. Da sie hier nun ausreichend Futter finden, werden sie auch schon bald mit dem Brutgeschäft beginnen. Wachholderdrosseln sowie der eine oder andere Fasanenhahn gesellen sich gelegentlich zu ihnen.

Auf den freien Wasserflächen herrscht ebenfalls bereits reges Leben: Teichhühner und Blässrallen, Reiherenten, Höckerschwäne sowie Zwergtaucher geben sich vor Beginn der Brutsaison hier ein geselliges Stelldichein.

Prüfend überfliegt schließlich  ein Weißstorch das Gelände, kann sich dann aber doch nicht zu einer Landung entschließen. Über ihm  zieht ein Mäusebussard seine Kreise am Himmel und bekundet mit markanten, schrillen Rufen seine Partnersuche – ein weiterer Beweis für das baldige Kommen des Frühlings.


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Thema von Anders Norén