hws-natour

Exkursion - Reflexion - Kreation

Der Feuersalamander

Salamandra salamandra


Wo in den Laubmischwälder unserer Mittelgebirge klare, frische Bäche sprudeln, wo wasserspeicherndes Moos zerklüftete Felsformationen überzieht, wo zahllose Verstecke im feuchten Waldboden Sicherheit und Unterschlupf gewähren, da führt der Feuersalamander sein geheimes, zurückgezogenes Leben.

Feuersalamander erlangen ihre Geschlechtsreife mit zwei bis vier Jahren. Die Paarungszeit geht von Frühjahr bis Herbst. Nach der Paarung trägt das wesentlich größere Weibchen etwa acht bis neun Monate lang die Embryonen aus. Gewöhnlich im darauf folgenden Spätherbst werden die Larven im Wasser abgesetzt.

Bedingt durch den kühlen Lebensraum benötigen Salamanderlarven für ihre Entwicklung recht lange. So erfolgt die Wandlung zum Landtier meist erst nach drei bis sechs Monaten. Das ist auch der Beginn der Einfärbungsphase. Die Larven sind anfangs unscheinbar bräunlich gefärbt. Sie haben äußere Kiemenbüschel und von Anfang an vier Beine. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus den Larven von Wasserinsekten wie denen der Zuckmücken und Köcherfliegen.

Erst, wenn sie erwachsen sind, erreichen sie eine Körperlänge von etwa dreiundzwanzig Zentimetern und ein durchschnittliches Körpergewicht von circa vierzig Gramm. Besser genährte Feuersalamander können aber auch bis über fünfzig Gramm schwer werden.

Salamander ernähren sich weitgehend von kleinen wirbellosen Tieren, daneben sind vor allem Regenwürmer als Beute sehr beliebt sehr beliebt. Vielfach werden sie in Chamäleon-Manier beschlichen und dann, je nach Größe, entweder durch das Vorschnellen der Zunge oder durch festes Zupacken der Kiefer, gefangen. Generell verzehren Feuersalamander alles, was von der Größe her noch überwältigt und verschlungen werden kann.

Der Feuersalamander ist über weite Teile Europas verbreitet. In Mitteleuropa unterscheidet man die Tiere je nach ihrem gelben Zeichnungsmuster auf dem Rücken als gebänderte, gefleckte oder gepunktete. Auch kommen Exemplare mit überwiegend schwarzen und sogar roten Zeichnungsmuster kommen vor.

Von Anfang an ist den Jungtieren die Flucht in dunkle Verstecke angeboren, was für sie zunächst auch den wirksamsten Schutz gegen Fressfeinde darstellt. Gelegentlich werden Salamander von Wildschweinen, Füchsen, Igeln, Katzen, Greif- und Schreitvögeln sowie von Schlangen, wie der Ringelnatter, gefressen. Meist aber nehmen die Angreifer erccht schnell wieder Abstand von ihrer Attacke, denn der beste Schutz des Feuersalamanders besteht in seinen Hautdrüsensekreten. Die paarig ausgebildeten, auffälligen Ohrdrüsen können ebenso wie die am Rücken gelegenen Drüsenreihen zur Abwehr von Feinden ein weißlich giftiges Sekret absondern.

Der größte Feind des Feuersalamanders ist aber, nach wie vor, der Mensch. Aufgrund seines auffälligen äußeren Erscheinungsbildes ist der Feuersalamander dem Menschen seit alters her vertraut. Dieser hohe Bekanntheitsgrad war nicht immer zu seinem Vorteil. In den zurückliegenden Jahrhunderten glaubte man, dass die Hautsekrete des Salamanders nicht nur todbringend giftig seien, sondern dass sie auch im Stande wären, Brände zu löschen. Entsprechend reagierten die Menschen und warfen die Tiere ins Feuer, so entstand auch der Name ‚Feuersalamander‘. Mutwillige Verfolgung droht dem Tier heute kaum noch. Eine große Gefahren- und Gefährdungsquelle aber ist das häufige Befahren von Wegen und Straßen an oder in Wäldern. Die langsame Fortbewegungsart der Tiere, beziehungsweise die Unachtsamkeit vieler Autofahrer haben den Feuersalamander örtlich zum häufigsten Verkehrsopfer werden lassen. Richtige Bestandsgefährdungen entstehen aber in der Hauptsache durch Eingriffe wie Entwässerung und Verbauung von Gewässern sowie die Zerstörungen, die beim Einsatz schwerer Räum- und Bergungsfahrzeuge im Lebensraum des Salamanders entstehen.

Deshalb ist der Schutz des Feuersalamanders und seines Lebensraumes für seine Arterhaltung so ungemein wichtig!

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2020 hws-natour

Thema von Anders Norén