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Der Haubentaucher

Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) gehört zur Familie der Lappentaucher. Er lebt und brütet auf größeren, stehenden Gewässern, die mit Schilfgürteln umgeben sind, deren Röhricht sowie ins Wasser ragende Gebüsche den Nestbau zu ermöglichen.

Haubentaucher fressen hauptsächlich kleine Fische, die sie tauchend, bis zu einer Minute unter Wasser bleibend, erjagen. Kaulquappen, Frösche, Krebstiere, Spinnen und Wasserinsekten sowie Samen gehören ebenfalls zu ihrer Nahrung. Insekten werden oft aus der Luft geschnappt oder von der Wasseroberfläche gepickt.

Während die Vögel im Schlichtkleid nur eine weiße bis schwarzgraue Färbung aufweisen, ist ihr Prachtkleid von kontrastreichen Farben geprägt. Die Stirn, der Scheitel und der Nacken werden schwarz. Die Wangen bleiben weiß. Die verlängerten Ohr- und Wangenfedern sind kastanienbraun, umgeben von einem schwarz umrandeten Kragen.

Die Balz der Haubentaucher ist auffällig und setzt sich aus einer Reihe von Ritualen zusammen. Am auffälligsten ist dabei die Pinguin-Pose: das Paar richtet sich auf dem Wasser Brust an Brust auf, die Vögel schütteln die Köpfe und schlagen mit den Füßen auf die Wasseroberfläche. Geschenke in Form von Futter und Nestmaterial werden überreicht. Dem sogenannten Pinguintanz geht meist ein beiderseitiges Kopfschütteln voraus, bei dem die nach unten gerichteten Schnäbel seitlich hin- und her geschüttelt werden.

Der Paarung geht immer ein Bauen am Nest durch beide Partner voraus. Das Nest wird entweder am Boden oder an unter Wasser wachsenden Pflanzen verankert. In der Regel wird vorjähriges, trockenes Pflanzenmaterial verbaut.

Haubentaucher führen eine monogame Saisonehe. Der Beginn der Brutperiode ist Ende April, kann sich aber bis Ende Juni hinziehen. Pro Jahr werden ein oder zwei Bruten aufgezogen. Während der Brutzeit behaupten Haubentaucher ein Nest- und Nahrungsrevier. Ein Vollgelege besteht meistens aus drei bis vier Eiern. Das Gelege wird von beiden Elternvögeln abwechselnd im Drei-Stunden-Rhythmus 27 bis 29 Tage lang bebrütet.

Die Küken schlüpfen nicht alle auf einmal, sondern in der Regel in einem Abstand von je einem Tag. Frisch geschlüpfte Küken haben ein kurzes und dichtes Kleid aus Dauenfedern. Der Kopf und der Hals sind schwarz – weiß längsgestreift. Die Küken sind Nestflüchter und können sofort selbständig schwimmen und nach sechs Wochen sogar schon tauchen. In den ersten zwei bis zehn Wochen werden sie allerdings hauptsächlich von den Altvögeln auf dem Rücken, im Gefieder versteckt, getragen und sogar beim Tauchen mit unter Wasser genommen. Während der Fütterung sitzen sie gewöhnlich auf dem Rücken eines der Elternvögel, während der zweite füttert. Die Nahrung wird von Schnabelspitze zu Schnabelspitze gereicht. Sie besteht zunächst hauptsächlich aus Insekten und deren Larven, kleinen Fischen und ab und zu aus zusätzlichen Federn, deren Funktion wohl in irgendeiner Weise mit dem Verdauungsystem zusammenhängt, letztlich aber nicht völlig geklärt ist.


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