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Exkursion – Reflexion – Kreation

Kopfweiden am kühkopf

Bei Kopfweiden handelt es sich entweder um Silber- oder Korb-Weiden. Durch wiederholten Rückschnitt der Zweige und Äste ensteht der Kopf der Weide. Kopfweiden sind prägend für das Erscheinungsbild von Flussregionen wie dem Kühkopf.

Kopfweiden sind Zeugen vergangener Nutzungsformen. Einjährige Weidenzweige dienten den Korbmachern als Ausgangsmaterial, indem sie Ruten zum Flechten abschnitten. Für die Nutzung als Stiele oder Pfosten wurden länger gewachsene Teile ausgewählt. In Verbindung mit Lehm benutzte man Weidenruten und -äste als Baumaterial für Hütten- und Häuserwände. In Form von Flechtwerk stabilisierten sie Uferbefestigungen. Mehrjährige Äste ergänzten im Winter den Brennholzvorrat. Das vermoderte Holz im Innern der Baumstümpfe lieferte als „Baumerde“ ein Düngemittel für die Gärten. Gras und die Brennesseln zwischen den Weiden waren zusätzliches Viehfutter. Da eine solche Nutzung heute fast vollständig ausbleibt, wuchert zwischen den Weiden das Schilf.


Heutzutage pflegt man Kopfweiden sowohl als kulturhistorisches Erbe als auch zum Erhalt von Lebensraum für zahlreiche Tierarten. In den häufig hohlen Stämmen finden sie Unterschlupf und Nistgelegenheit. Ein typischer Bewohner dieser Weidenbestände ist die Weidenmeise. Nach Art der Spechte zimmert sie ihre Bruthöhlen in die mürbe gewordenen Stammteile. Sehr wahrscheinlich rührt auch der Name der Stockente daher, dass sie nämlich die auf Stock gesetzten Weiden gelegentlich als Brutstätte benutzt. Manche der alten, verwitterten und ausgehölten Stämme muten wie Skulpturen moderner Künstler an.



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