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Lonjsko Polje – Storchendorf Cigoc

Das Lonjsko Polje, die Landschaft entlang der Flussniederungen der Save in Kroatien, erreicht man, indem man zuerst Österreich und Slowenien durchquert und dann zur kroatischen Hauptstadt Zagreb fährt. In südöstlicher Richtung geht es weiter nach Sisak und von da, immer dem Lauf der Save und ihren Altarmen folgend, hin zur Ortschaft Cigoc.

Cigoc ist ein ursprüngliches Straßendorf und besitzt eine große Anzahl von in landestypischer Bauweise errichteten Häusern. Sie sind komplett aus Holz gebaut, meist zweistöckig und mit kleinen Vordächern über dem Erdgeschoss. Da als Baumaterial Steineichenholz verwendet wurde, sind sie in der Lage, die in den Save-Auen regelmäßig auftretenden Überschwemmungen gut zu überstehen. Die meist über 200 Jahre alten Holzhäuser besitzen keine Kamine. Deshalb bauen die Störche ihre Nester direkt auf die Dachfirste. Das Dorf Cigoc wurde aufgrund seiner großen Anzahl von Storchennestern 1994 von der Umweltstiftung Euronatur mit dem Prädikat Europäisches Storchendorf ausgezeichnet.

Zur besten Brutzeit nisten hier im Dorf etwa 45 Horsten circa 180 Weißstörche, während sich die Zahl der menschlichen Bewohner Cigocs nur um die 90 beläuft. Die Aufzucht der Jungen erfordert von den Elternvögeln einen ständigen Nachschub an Wasser und Futter in Form von Insekten, Fröschen, kleinen Fischen und Schlangen. Um sie wird dann im Nest eifrig gerauft.

Meist herrscht auf den Dächern allerdings Ruhe und Frieden. Dennoch gibt es zuweilen auch Streit, wenn nämlich ein Eindringling vom eigenen Nest und Dachfirst vertrieben werden muss.

Einen besonderen Frieden haben die Bewohner dieses bäuerlichen Anwesens mit einem einzelnen Storch geschlossen. Einst brütete er selbst auf ihrem Scheunendach, wurde aber nach dem Verlust seines Partners vertrieben und dann einmal aus Mitleid von den Menschen gefüttert. Das machte er sich dann aber zum Regelfall, und so steht er täglich vor der Haustür und wartet darauf, was seine Gastgeber ihm anzubieten haben. Glücklicherweise ist er damit aber ein Einzelfall. Seine Artgenossen dagegen pflegen bei der Futtersuche weiterhin ein natürliches und eigenständiges Leben zu führen.


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Thema von Anders Norén