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Exkursion – Reflexion – Kreation

Naturerlebnis Peenetal

Die Peene, auch als „Amazonas des Nordens“ bezeichnet, ist der größte Fluss in Vorpommern, dessen unverbauter und unbegradigter Flussverlauf einmalig für Mitteleuropa ist. Kaum ein Fluss in Deutschland ist von so viel wilder Naturlandschaft, so vielen Stillgewässern sowie Moor- und Bruchlandschaften umgeben wie die Peene. Sie bietet dem Naturfreund alles, was er sich wünschen mag: naturbelassene Landschaft, Stille und die Möglichkeit zur Beobachtung einer Vielzahl äußerst seltener Tier- und Pflanzenarten.



Wenn in der Peeneniederung der Tag erwacht, die Sonne sich langsam anschickt, wieder einmal ihren täglichen Kampf gegen die Dunkelheit zu gewinnen und die Flußlandschaft in ein violett-rotes Licht zu tauchen, dann kommt Leben und Bewegung in die am und auf dem Wasser noch ruhenden Gefiederten. Silberreiher verlassen nach und nach das Astgewirr der Gehölze, das ihnen für die Nacht Schutz und Sicherheit geboten hat. Am Himmel erscheinen die Ketten laut trompetender Kraniche und weithin hörbarer Graugänse, um sich dann aufzulösen und im Uferbereich zu verteilen. Im Glanz der Wasserfläche ziehen, als schwarz und weiße Konturen erkennbar, Schwimm- und Tauchvögel hin und her. Wie lebendige Kreuze trocknen Kormorane mit ausgestreckten Flügeln in den ersten Strahlen der Sonne ihr Gefieder. Während Großmöwen noch ruhig auf abgestorbenen Baumspitzen sitzenbleiben, stimmen Singvögel bereits ein erstes Morgenlied an.



Vorpommern’s weite, oft bis an den Horizont reichende Kornfelder kommen auch den Kranichen zugute, die als unverpaarte nicht am allgemeinen Kranichzug teilnehmen, sondern das ganze Jahr über hier leben. Auf den bereits abgeernteten Feldern sind sie bei vorsichtiger Annäherung aus relativ geringer Entfernung leicht und gut zu beobachten. Ab und zu gesellt sich ihnen auch ein Weißstorch zu.



Auf der Spitze eines Ansitzbaumes hat sich ein Seeadler zur Rast niedergelassen. Sofort wird seine Anwesenheit durch einige in der Nachbarschaft brütende Lachmöwen bemerkt, die unverzüglich beginnen, ihn ungestüm anzugreifen und ihn so aus der Nähe ihrer Brutstätten vertreiben zu wollen. Mit nahezu stoischer Ruhe aber nimmt der König der Lüfte alle Angriffsversuche hin und wehrt die lästigen Störversuche gelassen ab.


Gute Aussichten auf Adlerbeobachtungen bieten die Abendstunden bei geführten Bootsfahrten auf der Peene.



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Thema von Anders Norén