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Zwischen Bodden und Meer


Im Glanz der aufgehenden Sonne erstrahlt die Boddenlandschaft in rot-goldenen Farben.



Die Natur erwacht. Singvögel, wie Kohlmeise, Buch- und Grünfink, lassen ihr Morgenlied erschallen. Elster, Bachstelze, Amsel und Distelfink suchen die Grünflächen nach Futter ab. Derweil lassen sich Bluthänfling und Ringeltaube vom Gezänk der Nebelkrähen nicht weiter stören. Im Brachland erscheint äsend das Rehwild.



Am Abend zuvor sind schubweise Stare zu hunderten in ihre Schlafplätze in den Weidenwipfeln eingeflogen, um dann am frühen Morgen wiederum schwarmweise und unter lautem Geschrei zur Futtersuche aufzubrechen.


Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft beinhaltet Ostsee- und Boddengewässer sowie Landflächen im Bereich der Halbinsel Darß-Zingst. Er umfaßt unterschiedliche Landschaftsformen, die eng und vielfältig verzahnt nebeneinander liegen: Strände, Wattflächen, Dünen, Magerrasen, Waldgebiete und Bodden.


Bodden sind durch Inseln oder Landzungen vom Meer abgetrennte flache Küstengewässer. Weite Bereiche der Boddenlandschaft werden von Röhrichten bedeckt bzw. an den Ufern davon gesäumt. In den Boddengewässern findet eine große Zahl unterschiedlicher Wasservögel Nahrung und Nistgelegenheit. Ihre großen Wasserflächen dienen zudem als wichtige Schlaf- und Ruheplätze.


Magerrasen von besonderem Wert sind im Nationalpark jene, auf denen keinerlei menschliche Nutzung stattfindet. Neben der großen Anzahl artenreicher Blühpflanzen zeichnen sie sich vor allem durch eine hohe Vielfalt wärmeliebender Insekten aus. Über den weiten, reich mit bunten Wildblumen geschmückten Wiesenfläcchen ertönt in unablässigem Wechsel das jubilierende Lied der Haubenlerche – oft untermalt von den weithin hörbaren Rufen des Kuckucks. In wasserführenden Gräben ist zudem das Gequake der Teichfrösche zu hören.




Ostseestrände sind auch im Bereich des Nationalparks aufgrund ihres feinen, weißen Sandes, klaren Wassers und flachen, sicheren Meeres äußerst beliebt. Unter tiefblauem Himmel wölbt sich eine sanfte Dünung, deren Woge das Sonnenlicht in einer bunten Farbpalette von dunklem Rotbraun bis zu hellstem Türkisblau schimmern lässt. Angespülte Herz- und Miesmuschelschalen sowie eine Ohrenqualle sind Zeugen maritimen Lebens. Lachmöwen patrouillieren den Strand entlang und besetzen die alt gewordenen Holzpfähle der Buhnenfelder.


Der naturbelassene Nordstrand in der Kernzone des Nationalparks ist zweifelos der schönste unter den Stränden im Vorpommerschen Boddengebiet. Von ihm geht das Flair wildromantischer Einsamkeit aus. Weiße Sandwege führen, vorbei an lichten Kiefernbeständen, zu ihm hin. Eine besondere Attraktion des Nordstrandes sind seine Rothirsche. Zur Brunftzeit im Herbst kämpfen die kapitalen männlichen Hirsche direkt vor der Kulisse der Dünen und des Meeeres. Jetzt im Sommer kann man dagegen nur äsendes Kahlwild im hohen Gtas entdecken, dafür aber – mit etwas Glück – ein Muttertier mit seinem Kalb.

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