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Rund ums Futterhäuschen

Vögel in der kalten Jahreszeit zu füttern, ist für viele Menschen zu einer lieben Gewohnheit geworden. Man möchte die Tiere an den Futterstellen aus nächster Nähe beobachten, sich an ihrem bunten Treiben erfreuen und ihnen zugleich über die nahrungsärmere Zeit hinweghelfen. Dennoch sollte man die Vogelfütterung nicht mit einem effektiven Schutz bedrohter Vogelarten verwechseln, da von ihr fast nur Arten profitieren, die von Natur aus wenig bedroht sind und deren Bestände auch durch kalte Winter nicht dauerhaft reduziert werden können. Untersuchungen zeigen, dass diese Art der Vogelfütterung etwa 10 bis 15 Vogelarten zugute kommt, zu denen hauptsächlich Sperlinge, Meisen, Finken, Rotkehlchen und Amseln gehören. Die meisten dieser Arten haben stabile oder wachsende Populationen, und keine davon ist in ihrem Bestand gefährdet. Von wenigen Ausnahmen abgesehen erreicht das Füttern rund ums Haus also nicht diejenigen Vögel, die im Mittelpunkt notwendiger Schutzbemühungen stehen oder stehen sollten. Dadurch kann die Winterfütterung zum Artenschutz letztlich nur einen kleinen Beitrag leisten. Dennoch bereitet dem Betrachter das Beobachten der verschiedenen Vögel und ihr quirlig buntes Treiben am Futterhaus täglich eine stille Freude.

Spatzen

Mundartlich werden die bei uns vorkommenden Sperlingsarten, Haus- und Feldsperling, ‚Spatzen‘ genannt. Täglich durchstreifen ganze Scharen von Haussperlingen auf der Suche nach Nahrung unseren Garten, während Feldsperlinge nur höchst selten darin zu sehen sind. Sie sind dem etwas größeren und kräftigeren Haussperling unterlegen und weichen so mehr auf ländliche Gebiete aus, wo ihr Bestand allerdings durch landwirtschaftlich bedingte Ausräumung der Landschaft, durch den Einsatz von Pestiziden und dem immer größer werdenden Verlust von artenreichen Wiesen und Feldern mittlerweile immer stärker bedroht ist. Durch das kastanienbraune Gefieder und den markanten schwarzen Fleck seitlich am Kopf lässt sich der Feldsperling deutlich vom Haussperling unterscheiden.

Beim Haussperling unterscheiden sich Männchen und Weibchen deutlich sich in ihrem Aussehen. Während die Männchen mit ihrer schwarzen Kehle, ihren bräunlichen, von schwarzen Streifen durchzogenen Rücken deutlich auffälliger gezeichnet sind, erscheinen die Weibchen in einem eher unscheinbaren, nur matt braun gefärbten Federkleid. Spatzen gehören zu den Körnerfressern. Sie sind mit einem kräftigen Schnabel ausgerüstet und fressen Sonnenblumenkerne, Hanf und andere Sämereien.

Meisen

Aus der großen Familie der Meisen sind es die Kohl- und die Blaumeise, die unser Futterangebot regelmäßig annehmen. Sie gehören beide ebenfalls zu den Sperlingsvögeln. Die Kohlmeise ist die größte Meise Deutschlands. Ihre interessante Färbung zeigt auf einer gelben Unterseite ein breites, schwarzes Längsband bei gleichfalls schwarzem Kopf mit auffallend leuchtend weißen Wangen. Kohlmeisen gehören, wie alle Meisen, zu den Körnerfressern, lieben aber auch Gemische aus Fett und Samen, die man als Meisenknödel kennt.

Die Blaumeise ist kleiner als die Kohlmeise, aber ähnlich gefärbt, nur dass ihre Farbkombination von Gelb und Blau hierzulande einzigartig und unschlagbar und bei jedem Anblick ein Anlass zur Freude ist. Ihren blau-weißer Kopf ziert ein Schwarzes Band über die Augen, den Nacken und die Wangen. Unter dem grünlichen Rücken strahlt eine hellgelbe Brust, umrahmt von einem blauen Flügelpaar.

Amseln und Rotkehlchen

Die Amsel ist einer unserer bekanntesten Vögel und heute aus unseren Gärten, Parks und Städten nicht mehr wegzudenken. Das Männchen ist tief schwarz gefärbt, mit gelbem Schnabel und Augenring. Das Weibchen und auch die Jungvögel tragen ein eher schlichtes braungraues Federkleid. Die Kehle ist bei ihnen etwas heller, dabei dunkel gestrichelt. Während Spatzen und Meisen wie alle Sperlingsvögel Körnerfresser sind, gehören Amseln und Rotkehlchen zu den Weichfutterfresser, die ihre Nahrung auch gerne vom Boden aufnehmen. Für sie kann man Rosinen, Obst und Haferflocken anbieten.  Das immer nur vereinzelt am Futterhaus erscheinende Rotkehlchen ist mit seiner orangen Brust und Kehle unverwechselbar.


Tauben

Da Tauben sich an fast jedem Ort wohlfühlen, sind sie auch in unserem Garten als Ringel- und Türkentaube häufig zu Gast. Tauben ernähren sich fast ausschließlich pflanzlich und sind aber anders als andere samenfressende Vögel nicht in der Lage, Samen und Körner mit dem Schnabel zu enthülsen. Sie nehmen daher ihre Nahrung ganz auf und verschlucken sie. Die Ringeltaube ist vor allem an ihrer Größe und dem graublauen Gefieder mit dem weißen Fleck am Hals zu erkennen. Die Türkentaube stammt aus dem asiatischen Raum, hat sich hier bei uns aber gut etabliert. Sie ist gegenüber der Ringeltaube nur mittelgroß. Ihr Gefieder ist überwiegend beige-grau und ihr auffälligstes Merkmal ein schwarzer Nackenring.

Kleiber

Da in der Nachbarschaft unseres Gartens mehrere ältere, hohe Bäumen stehen, die der Kleiber als Lebensraum schätzt, ist es nicht verwunderlich, dass er von dort aus ab und zu unserem Futterhaus einen Besuch abstattet. Meist in der Frühe stiebitzt er sich hier eine seiner ersten Mahlzeiten.

Grünspecht

Völlig desinteressiert am Futterhäuschen und auch vollkommen unabhängig davon sucht der Grünspecht im Rasen nach seiner Ameisen- und Ameisen-Eier-Mahlzeit.

Eichhörnchen

Quasi als Überraschungsgast erscheint schließlich ein Eichhörnchen und tut sich an einem vom Terrassentisch herab gerollten Apfel gütlich.


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