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Damhirsche im Mönchbruch

Im Norden des Rhein-Main-Gebietes zwischen Rüsselsheim im Westen, der Startbahn West des Frankfurter Rhein-Main Flughafens im Norden und der Stadt Mörfelden-Walldorf im Osten liegt der Mönchbruch, ein ca. 6.500 ha großes Waldgebiet mit eingestreuten, weiträumigen Wiesen, das vor 400 Jahren schon die Landgrafen von Hessen-Darmstadt als bevorzugtes Jagdgebiet entdeckt hatten. Die Relikte des ehemals viel umfangreicheren Jagdschlosses Mönchbruch sind heute noch steinerne Zeugen dieser Leidenschaft.


Wenn auch der Mönchbruch auf den ersten Blick hin wie eine natürliche Oase wirkt, so hat sich doch die Nutzung durch den Menschen tief in seine ursprüngliche Landschaft eingegraben. Schneisen, Waldstraßen und der Bau einer Starkstromleitung haben zu einer wesentlichen Zerschneidung und Reduzierung der ursprünglichen Landschaft geführt. Zudem schmälern die fast ständig vom nahen Airport startenden und über das Gebiet hinwegfliegenden Flugzeuge mit dem Donnern ihrer Triebwerke seinen naturbelassenen Charakter.

Dennoch hat sich darin eine Vielzahl wildlebender Tierarten erhalten. Neben Schwarz- und Rehwild, Fuchs, Hase, Kaninchen, Fasan, Reiher, Grau- und Nilgans, Schwan, Stockente und verschiedenen Greifvögeln sind es vor allem die Damhirsche, die hier in großen Rudeln vorkommen. Damhirsche sind tagaktiv und leben bevorzugt in offenen Wiesenlandschaften.

Ursprünglich stammt der Damhirsch sehr wahrscheinlich aus Asien. Nach Europa kam er, weil ihn vor allem Landesfürsten und Adlige während der Zeit des Absolutismus als weiteres jagdbares Wild eingeführt hatten. So wurde er auch bereits vor Jahrhunderten in Deutschland eingebürgert, und ist neben dem Rothirsch die zweitgrößte in Deutschland vorkommende Hirschart. Charakteristisch für ihn ist das Schaufelgeweih der männlichen Tiere und das rötlich-rostbraune Sommerfell mit auffallend weißen Tupfen. Ausgewachsene Hirsche werfen ihr Geweih in der Regel zwischen Anfang April bis Anfang Mai ab. Schon kurz nach dem Abwurf fängt ein neues Geweih an zu wachsen. Die neuen Geweihstangen sind während der Zeit des Wachsens von einer schützenden und sie mit Nährstoffen versorgenden Haut, dem sogenannten Bast, überzogen. Die Basthaut stirbt nach Abschluss der Geweihbildung ab und wird vom Hirsch durch Fegen an Sträuchern und Baumästen entfernt.

Im Winter ist die Decke des Damhirschs zum größten Teil braungrau, der Rücken und die Seiten nahezu schwarz und die Unterseite bis hin zu den Beinen aschgrau. Weiße Flecken sind dann entweder gar nicht mehr oder höchstens nur noch andeutungsweise zu sehen. Das weiße Hinterteil, der sogenannte Spiegel, ist von einem schwarzen Rand begrenzt, so dass mit dem dunklen Schwanz eine lebhafte Zeichnung der hinteren Partie entsteht.

Damhirsche benutzen häufig dieselben, über Jahrzehnte hinweg behaupteten Brunftplätze, auf denen sie sich alljährlich wieder einfinden. Der Brunftruf des Damhirsches ist weniger bekannt wie das markante Röhren des Rothirsches, denn er gibt dabei nur grunzende, rülpsende und hustende Laute von sich, die er wiederholt in schneller Folge ausstößt. Seine Rufe sind bis zu einem Kilometer weit für den Menschen zu hören.

Frühpirsch im Morgennebel

Beim Sonnenaufgang


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