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Exkursion - Reflexion - Kreation

Im blauen Land

Wasser, Luft und Licht tauchen die Berge und Seen des bayrischen Voralpenlandes oftmals in ein magische Blautöne, sodass diese Landschaft schon immer eine magische Anziehungskraft auf Maler und Künstler ausübte, die Franz Marc dazu bewogen hat, sie „Das blaue Land“ zu nennen.

Im NSG Ammersee Süd

Im Naturschutzgebiet Ammersee Süd finden sich typische Feucht- und Streuwiesen. Streuwiesen deshalb, weil sie kein Futter liefern sondern nur Einstreu für Viehställe in so getreide- und damit stroharmen Landstrichen, wie diesem hier. Dafür ist ihr Blumen- und Blütenreichtum im Frühsommer und Sommer enorm. Hier finden sich zum Teil so seltene Gewächse, wie echtes Mädesüß, Gesund-Baldrian, Wasser-Ampfer, Sumpf-Blatterbse, Kanten-Lauch, der Große Wiesenknopf, der Sumpf-Pippau, das fleischfarbene Knabenkraut und die blaue sibirische Schwertlilie. Mehr zum Wasser hin wächst ihre Artverwandte, die gelbe Schwertlilie. Im Flachwasserbereich bildet die gelbe Teichrose ausgedehnte Pflanzenteppiche. Ein breiter Schilfgürtel bietet brütenden Wasservögeln, wie der Stockente, Schutz und Sicherheit. Über allem lässt der Drosselrohrsänger sein unermüdliches Lied erschallen. Der See selbst bietet Gelegenheit zur Beobachtung unterschiedlicher Wasservogelarten.

Dafür, dass auch im Blauen Land die Farbe rot unübersehbar vorhanden ist, sorgt der Klatschmohn auf den Feldern.

Rechts und links der Ammer

Von Süden her, vom Gebirge kommend, fließt die Ammer in den nach ihr benannten See. Wenn sie ihn im Norden wieder verlässt, trägt sie allerdings sodann den Namen Amper. Ein Pirschgang am rechten Flussufer entlang bietet in den frühen Morgenstunden interessante Ausblicke und Beobachtungsmöglichkeiten. Manche Vogelart ist zu entdecken, und hier, kurz vor der Einmündung in den See, hat ein Fischotter seine Fährte im Uferschlamm hinterlassen.

Später bescheinen die Strahlen der aufgegangenen Morgensonne auf dem westlichen Uferweg den Wald und die Farben einer Blumenwiese mit einer prächtigen Fülle bekannter als auch teilweise weniger bekannter heimischer Wiesenblumen. 

Vor dem westlichen Mündungsbereich dehnt sich eine weite Flachwasserzone, die Heimat und Brutstätte für Wasservögel, wie Kormoran, Höckerschwan und Bläßralle ist. In ihrer Mitte steht als Schutz und Nisthilfe für eine Lachmöwenkolonie eine hölzerne Plattform.

Im Murnauer Moos


Das Murnauer Moos, südlich der Stadt Murnau, ist das größte zusammenhängende und weitgehend ursprünglichste Moorgebiet Mitteleuropas. In ihm herrscht noch ein großer Reichtum an Pflanzen- und Tierarten, die es anderswo schon lange nicht mehr gibt. Auf einem 12 km langen Rundweg lassen sich mit Geduld, einem geschulten Blick und etwas Glück interessante Entdeckungen machen. Zu den üblichen Wiesenblumen kommen hier Wollgras, Kleiner Klappertopf, Prachtnelke, verschiedene Orchideenarten, Kleine Braunelle, Habichtskraut, Beinwell, Wiesen-Storchenschnabel und die leuchtend blaue Sibirische Schwertlilie. Schmetterlinge, wie Dickkopffalter, Argusbläuling, Baldrian-Scheckenfalter und Schwarzader-Weißling umflattern die Blüten. Am Ende des Rundwegs gelangt man über einen Bohlenweg wieder hinaus in die offene Wiesenlandschaft des Voralpenlandes.


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