hws-natour

Exkursion - Reflexion - Kreation

Damwild

Der Damhirsch stammt ursprünglich aus Vorderasien und und wurde im Mittelalter von adligen Landesherren zum Zwecke der Jagd nach Europa eingeführt. Da ihre Einfuhr hauptsächlich über Dänemark erfolgte, nannte man sie „Dänhirsche“, was später zu dem heutigen „Damhirsche“ wurde. Die Hirschart ist am markanten Schaufelgeweih der männlichen Tiere und dem in der Sommerzeit rostbraun und weiß geflecktem Fell zu erkennen. Alle Tiere besitzen zudem einen länglichen, weißen Schweif mit schwarzen Streifen.

Im Winter allerdings wird das Fell dunkler und tendiert hin zu einem gleichmäßig braunem Kleid.

Gegenüber anderen Hirscharten kommen beim Damhirsch Farbabweichungen relativ häufig vor. Jahrhundertelang wurden ganze Herden halbdomestiziert in Hirschparks gehalten und weiße Exemplare dabei geradezu gezüchtet. In freier Wildbahn weisen heute von zehn Damhirschen einer bis drei eine solche abweichende Fellfarbe auf.

Mit einer Schulterhöhe von bis zu einem Meter ist der Damhirsch deutlich größer als das Reh aber wesentlich kleiner als sein größerer Verwandter, der Rothirsch. Damhirsche leben bevorzugt in offenen Landschaften mit Wäldern, Äckern und Wiesen.

Damhirsche fressen ausschließlich pflanzliche Nahrung, und zwar Gräser, Kräuter und Blätter. Im Herbst und Winter ergänzen sie ihre Nahrung mit Eicheln, Kastanien und Knospen.

Um an Blätter an niederhängenden Ästen und im Wipfelraum junger Bäume zu gelangen, stellen sie sich nicht selten auf die Hinterläufe.

Nahrungsaufnahme und Ruhen erfolgen in Intervallen von etwa drei bis vier Stunden, und zwar tags und nachts, wobei die Ruhephasen vor allem dem Wiederkäuen dienen.

Nur die männlichen Tiere bilden ein Geweih aus. Es besteht aus zwei Stangen, die über einer Aug- und Mittelsprosse zu den mehr oder weniger ausgeprägten, charakteristischen Schaufeln auswachsen. Die Geweihstangen sind während des Wachstums von einer schützenden und mit Nährstoffen versorgenden Basthaut überzogen, die nach ihrem Absterben nach Ende der Geweihbildung vom Hirsch an Sträuchern und Baumästen abgefegt wird.

Während der Brunftzeit im Oktober und November tragen die Männchen ihre Konkurrenzkämpfe um die Weibchen aus. Dabei klingen ihre Brunftrufe nicht so melodisch wie das Röhren der Rothirsche. Es erschöpft sich mehr in grunzenden, rülpsenden Lauten, die allerdings, in rascher Folge ausgestoßen, innerhalb von 24 Stunden zehntausende Mal ertönen können.

Bei der Paarung folgt der Hirsch einem paarungsbereiten Damtier und versucht, es zu bespringen. Dazu sind meist mehrere vergebliche Versuche nötig. Die eigentliche Paarung dauert dann nur wenige Sekunden.

Damtiere bringen im Juni des darauffolgenden Jahres meist nur ein Kalb zur Welt, auch wenn gelegentlich Zwillings- und Drillingsgeburten vorkommen.

Damwild ist bei uns in seinem Bestand weder bedroht noch akut gefährdet. Dennoch steht es unter dem Druck intensiver Forstwirtschaft und der Zerschneidung seines Lebensraums durch Straßen und Siedlungen. Außerdem ist Damwild eine Wildart, die im Straßenverkehr besonders häufig Unfälle verursacht, vor allem in der Brunftzeit, wenn meist die Männchen unverhofft die Straßen überqueren.

Obwohl der Anblick eines Damhirschs in manchen Regionen schon fast zur gewohnten Alltäglichkeit geworden ist, atmet er dennoch immer wieder den zauberhaften Geist der Wildnis..


Weiter Beitrag

© 2026 hws-natour

Thema von Anders Norén