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Feldhase und Wildkaninchen

Der Feldhase

Der Feldhase ist ein scheuer Einzelgänger, der offene Flächen und Felder, die ihm von seiner Sasse, seinem Ruheplatz, aus eine gute Rundumsicht bieten, bevorzugt. Um sich möglicher Fressfeinde zu entziehen, nimmt er als schneller Läufer häufig Umwege dorthin in Kauf und tut dann einen weiten Satz hinein um seinen Jägern auch keine Duftspur zu hinterlassen. Seine Hinterläufe sind extrem lang, was seiner Fortbewegung ein hoppelndes Aussehen verleiht. Das aber täuscht, denn dank ihrer kann er eine Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometer erreichen, drei Meter weit und zwei Meter hoch springen und seine berühmten Haken schlagen. Dadurch gelingt es ihm auch zumeist, seinen Gegnern zu entkommen. .

Der Feldhase ist ein reiner Pflanzenfresser, der täglich etwa 1.300 bis 1.400 Gramm Nahrung benötigt, im Frühling und Sommer hauptsächlich grüne Pflanzen, im Herbst und Winter kommen Samen, Holz und Rinde dazu. Sein Wasserbedarf wird durch die Nahrungsaufnahme gedeckt.
Außerdem bildet sich in seinem Blinddarm ein vitaminreicher Nahrungsbrei, den er nach der Ausscheidung mit dem Kot wieder aufnimmt und damit seinen Vitaminbedarf deckt.

Im Sommer ist das Fell des Feldhasen erdbraun, im Winter gräulich-braun. Es besteht aus einer feinen Unterwolle und aus festeren Grannenhaaren auf der Oberseite die besonders feuchtigkeitsabweisend und wärmend sind. Bauch und Schwanzunterseite sind weiß. Damit ist der Feldhase auch optisch perfekt an seine Umgebung angepasst.

Bei der Paarung hat die Häsin die Wahl ihres Partners, der seine Kraft und Ausdauer in spektakulären Wettläufen und Boxkämpfen mit seinen Mitbewerbern unter Beweis gestellt haben muss. Innerhalb kürzester Zeit paart sich die Häsin mehrmals, so dass sie während der Tragezeit erneut trächtig werden kann und sich Embryonen unterschiedlicher Entwicklungsstadien in ihrer Gebärmutter befinden, was man als Superfötation bezeichnet.

Natürliche Feinde des Hasen sind alle fleischfressenden Beutegreifer, vor allem  Fuchs, Dachs, Marder, große Vögel, wie Krähen, Eulen und alle Greifvögel, die insbesondere einen großen Anteil der Junghasen erbeuten.

In Deutschland werden Hasen üblicherweise auf Treibjagden bejagt und als flüchtendes Niederwild per Schrotschuss erlegt. Im Jagdjahr 2015/16 wurden in Deutschland 242.000 Feldhasen geschossen

Durch die Intensivierung in der Landwirtschaft verliert der Feldhase an Lebensraum und Nahrungsangebot Bei der heutigen effizienten Landwirtschaft liegen Äcker nicht mehr brach. Zudem werden sie vollständig abgeerntet und neue Felder so angelegt, dass sie dem Feldhasen weder Nahrung noch Deckung bieten. Auch fehlen ihm durch abnehmendes Brachland, verschwindende Hecken und Ackerrandstreifen die Orte, die er als Ruheplatz und Versteckmöglichkeit braucht.

Wie viele andere Wildtierarten leidet auch der Feldhase unter der Erschließung neuer Gewerbe- und Siedlungsgebiete sowie der zunehmenden Zerschneidung der Landschaft durch den Straßenbau. In Deutschland fallen jährlich ungefähr 60.000 Feldhasen dem Straßenverkehr zum Opfer.

Das Wildkaninchen

Obwohl das Wildkaninchen wesentlich kleiner ist als der Hase, wird es trotzdem oft mit diesem verwechselt. Dabei unterscheidet es sich in seinem Aussehen nicht nur durch die kleinere Größe, sondern auch durch deutlich sichtbare Merkmale vom Hasen. Sie haben vor allem kürzere Ohren. Bei ihnen sind sie zudem rund und nur 6 bis 8 cm lang, während die des Hasen 10 bis 14 cm lang sind und spitz zulaufen. Ihre viel kürzeren Beine machen Wildkaninchen zwar langsamer und bescheren ihnen einen stärker hoppelnden Gang, dafür sind sie aber viel wendiger als Hasen.

Wildkaninchen bevorzugen als Lebensraum offene Landschaften, wie Waldränder, Parks und Gärten, mit lockeren, gut zum Graben geeigneten Böden, in denen sie ihre Erdbaue anlegen. Sie leben dort in streng geordneten Kolonien und Familienverbänden.

Auf dem Speisezettel der Wildkaninchen steht ausschließlich pflanzliche Kost, wie Kräuter, Gräser und im Winter auch Knospen und Rinde.

Ein weibliches Kaninchen bringt bei 4 bis 6 Würfen im Jahr insgesamt bis zu 30 Junge zur Welt. Nach etwa zwei Wochen kommen die Jungen das erste Mal aus dem Bau hervor. Vier Monate später sind sie bereits geschlechtsreif. Das Wildkaninchen hat keinen offiziellen Schutzstatus.


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