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Elchwild

Der Elch ist der größte Vertreter unter den Hirschen. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die gesamte Nordhalbkugel der Erde, von Europa über Sibirien bis hin nach Alaska und den Norden Kanadas. In Deutschland ist das Vorkommen des Elches auf wenige Exemplare beschränkt, die gelegentlich aus Osteuropa insbesondere ins dünnbesiedelte Brandenburg einziehen. Begegnungen mit Elchen in der freien Wildbahn sind in unseren Wäldern so gut wie ausgeschlossen. Daher gehen auch alle Aufnahmen dieses Beitrags – bis auf die Eine aus dem Yukon – auf Besuche im Wildpark zurück, wo jedermann sie ja sehen und beobachten kann.

Mit einer Körperlänge von fast drei Metern und einer Schulterhöhe von gut zwei Metern überragt der Elch alle anderen Hirscharten. Auch an Gewicht übertrifft er diese deutlich. Elchbullen in Europa wiegen um die 10 Zentner, Elchkühe etwa die Hälfte. Diese sind auch wesentlich kleiner und tragen kein Geweih, während die männlichen Tiere imposante Schaufelgeweihe ausbilden. Die größte und schwerste Elchart lebt in Nordamerika. Männliche Elche werden dort gut 15 Zentner schwer. Bei einem Aufenthalt im Yukon Territorium wurde mir eine flüchtige Begegnung mit solch einem mächtigen Bewohner des Waldes zuteil.

Der bevorzugte Lebensraum des Elches sind lichte Wälder, in denen er sich von Sträuchern der Weichholzghewächse,von Blättern und Rinde, im Winter auch vom Grün der Nadelgehölze ernährt. Durch seine langen Beine, die mit Schwimmhäuten an den spreizbaren Hufen versehen sind, erreicht er in Sumpf- und Seengeländen Wasserpflanzen, auch unter Wasser, als ausgezeichnete Energiequelle.

Nach der Paarung im Herbst ist die Elchkuh neun Monate lang trächtig. Sie bringt dann ein bis zwei Kälber zur Welt, die bis zu einer erneuten Paarung bei ihr bleiben , bevor sie vertrieben werden. Hirschbullen leben in der Regel als Einzelgänger und bilden nur gelegentlich im Winter lose Gruppen, die sich jedoch bald wieder auflösen. In der freien Natur werden Elche etwa 15 Jahre alt. In Deutschland unterliegt der Elch dem Jagdrecht, genießt jedoch das ganze Jahr über Schonzeit.

Das schaufelartige Geweih des Hirsches, das bei starken Exemplaren in Europa bis zu zwei Metern ausladen kann, wird nach der Brunft in der kalten Jahreszeit wie bei andern Hirscharten abgeworfen und bildet sich imFrühjahr wieder neu.

Auffallend im Aussehen des Elchbullens ist sein massiger, gedrungener Rumpf mit dem typischen Elchbuckel, ferner seine breite überhängende Oberlippe, die ihm das Erfassen und Zerkleinern von Ästen und Gesträuch ermöglicht. Seine langen, oft weißlich gefärbten Beine sind besonders für den Aufenthalt in Sümpfen und Mooren geeignet. Je nach Alter groß ziert ihn ein zottiger Kehlbart.


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