Das Wildschwein wird aufgrund seines im Winter dunkelgrau bis braun-schwarzen Fells Schwarzwild oder auch Schwarzkittel genannt. Erwachsene männliche Tiere heißen Eber, die weiblichen Sauen oder Säue. Für die Jungtiere lautet die Bezeichnung Frischling.



Das Fell der Frischlinge ist mittelbraun und weist gewöhnlich vier bis fünf weiße oder gelbliche Längsstreifen auf, die von den Schultern bis zu den Hinterbeinen verlaufen.



Wildschweine sind seit jeher in ganz Westeuropa beheimatet. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Laub- und Mischwälder, zum Beispiel Erlen-, Eichen- und Buchenwälder mit Sumpfgebieten. Die Idealnahrung des Wildscheins sind Eicheln und Bucheckern, besonders in Mastjahren, wenn die Bäume üppig Früchte tragen. Tragen Eichen und Buchen allerdings nicht genug Frucht, weichen Wildschweine bei der Nahrungssuche auf landwirtschaftlich genutzte Flächen aus, wo sie großen Schaden anrichten können.







Wildschweine sind Allesfresser. Auf der Suche nach Fressbarem, bei der ihnen besonders ihre feine Nase hilft, durchwühlen sie den Boden sowohl nach tierischer als auch nach pflanzlicher Nahrung. Mit ihrem kräftigen Rüssel durchstöbern sie den Boden nach Wurzeln, Knollen und Bodentieren. Zudem weichen sie auch nicht vor Tierkadavern zurück und räumen manchmal die Nester bodenbrütender Vögel aus.




Wildschweine leben heute überall und scheuen selbst die Nähe des Menschen nicht. Sie tauchen sie in Wohngebieten auf, zerwühlen Vorgärten und spazieren am hellichten Tag durch das Gelände von Einkaufszentren. In einem immer milder werdenden Klima und bei über fast das ganze Jahr hin reich gedecktem Tisch leben sie wie im Schlaraffenland bei uns. Daher haben sich ihre Bestände trotz intensiver Bejagung in den vergangenen Jahre explosionsartig vermehrt. Das liegt auch daran, dass Jungtiere oft schon im ersten Lebensjahr geschlechtsreif und somit paarungsbereit werden. Auch fördert der vermehrte Anbau von Raps und Mais diese Entwicklung.


Einen Großteil des Tages verbringen Wildschweine mit Ruhen. Gerne suchen sie dabei auch Schlammkuhlen auf, um sich darin ausgiebig zu suhlen.







Die Eckzähne des Keilers sind nach oben hin gekrümmt und dienen bei Brunftkämpfen als scharfe Waffe, die schwere Verwundungen verursachen kann. Treffen während der Paarungszeit zwei Keiler aufeinander, die um eine Bache konkurrieren, kommt es in der Regel zu einem Hierarchiekampf, der erst zu Ende ist, wenn eines der Tiere flieht.



Wildschweine leben in Mutterfamilien, in sogenannten Rotten, in denen Tiere unterschiedlicher Generationen zusammenleben. Die älteste ursprüngliche Mutter ist in einem solchen Sippenverband das Leittier. Sie führt die Gruppe zu Nahrungsquellen und Ruheplätzen. Sie warnt sie vor Feinden, wobei sie diese gegebenenfalls auch schützend angreift.







Wildschweine verfügen über eine gute Wärmeisolierung, sodass sie Wasser nicht zu scheuen brauchen, sondern ihre Nahrungssuche auch im Wasser fortsetzen können. Überhaupt sind sie so in der Lage, sich gut an Feuchtgebiete anzupassen.


Als ausgezeichnete Schwimmer vermögen sie selbst längere Strecken zurückzulegen. Sie durchschwimmen ganze Teiche und Flüsse. Am Inselrhein war eine Rotte von Wildschweinen zu beobachten, die samt ihren Frischlingen den Rhein bis zum gegenüberliegenden Ufer hin durchschwamm.





Auf der Roten Liste wird das Schwarzwild in Deutschland als ungefährdet geführt. Gemäß dem Bundesjagdgesetz fällt es unter die jagdbaren Arten und darf vom 16. Juni bis zum 31. Januar bejagt werden.


