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Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Weit geht der Blick vom Gipfel des Erbeskopfs nach Nordwesten über die Hochfläche des Hunsrücks bis hin zum Hardtwald: eine Mittelgebirgslandschaft mit schier endlosen Wald- und Forstarealen.

Die Karte zeigt Lage und Größe des zu Pfingsten 2015 eröffneten Nationalparks. Im Vergleich zu seinem berühmteren Vetter, dem National Yellowstone Park in den USA, hier gekennzeichnet durch die rote Umrisslinie, erscheint er eher bescheiden. Dennoch verbindet er, im Südwesten Deutschlands liegend, zwei Bundesländer miteinander, Rheinland-Pfalz und das Saarland. 

Verschiedenartige Waldformationen bedecken die Hänge des Erbeskopfs. In Hang- und Tallagen wächst hier die Buche als natürliche Hauptbaumart. Hinzu kommen alte Fichtenbestände, die aber in Zukunft mehr naturnahen Wäldern weichen sollen. Ziel ist ein Mehrgenerationenwald mit jungen Buchen unter Altholz. 

Teils ebene, teils steile Wege führen vorbei an Lichtungen, Wiesen, Hangmooren und Blockschutthalden, die durch die Verwitterung der Quarzitfelsen entstanden sind. 

Wichtig für die Erhaltung der Artenvielfalt sind vor allem die zahlreichen Totholzansammlungen. Unzählige Käferarten finden hier Lebensraum, mehr als ein Dutzend Fledermausarten sind auf Höhlungen in abgestorbenen Bäumen angewiesen und über eintausend verschiedene Pilzsorten zersetzen die tote Holzsubstanz.

An zahlreichen Orten im Nationalpark rauschen klare Waldbäche und liegen, still verborgen, Tümpel und Teiche mit ihrer eigenen Vegetation. Das Leitziel des Nationalparks lautet: „Natur, Natur sein lassen!“ – und so überlässt man der Natur die Regie, damit Schritt für Schritt unberührte Wildnis zurückkehrt. 

Schon früh wurden im Raum im und um den Nationalpark reiche Quarzvorkommen entdeckt: Achate, Amethyste, Bergkristalle, die bis heute in den umliegenden Gemeinden zu Schmucksteinprodukten verarbeitet werden.

Wenn der Herbstwind in buntem Ahornlaub spielt, sind die Arnika-Sterne auf den Magerrasen und Buckelgraswiesen längst erloschen. Nur die Hinweistafel zeigt an, welche Schätze hier sonst zu sehen sind. Allerdings beginnt jetzt die Besenheide zu blühen. 

Tiere des Nationalparks lassen sich sich meist nur gelegentlich und durch Zufall entdecken, so wie der Fuchs auf der Wiese oder der Bussard auf der hohen Spitze einer Fichte.

Mit Sicherheit aber lässt sich das Wild in dem unterhalb der Wildenburg gelegenen, 40 ha großen, Freigehege beobachten. Hier finden sich Rehe sowie Schwarz- und Rotwild, aber auch fremde und in die deutschen Wälder erst eingebürgerte Tierarten, wie das Sika-, Muffel – und Damwild.

Das Symboltier des Nationalparks ist die Wildkatze, und das nicht grundlos, denn hier im Hunsrück befindet sich das größte zusammenhängende Wildkatzenvorkommen von ganz Westeuropa.


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